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Tarifvertrag gastronomie brandenburg 2018

Europaweite Gewerkschaftskampagne zur Förderung von TarifverhandlungenIndustriAll Europe, der Europäische Verband der Industriegewerkschaften, hat am 26. September 2019 eine Kampagne zur Förderung von Tarifverhandlungen gestartet. Es gibt auch eine eigene Website mit dem Slogan “Gemeinsam bei der Arbeit”. Die Tarifsysteme in vielen EU-Mitgliedstaaten wurden im Zuge der Sparmaßnahmen nach der Finanzkrise von 2008 geschwächt und die Löhne und Verhandlungen gesenkt. Die Empfehlungen der Europäischen Kommission haben z. B. Griechenland, Rumänien und Spanien dazu veranlassen, Tarifverträge aufzuweichen und die Verhandlungen zu dezentralisieren. Die Kampagne zielt daher auch darauf ab, eine verbindlichere Umsetzung der im November 2017 ausgerufenen europäischen Säule sozialer Rechte zu fördern (siehe Bericht in den EBR-Nachrichten 4/2017). Im Herbst 2019 veröffentlichte das Europäische Gewerkschaftsinstitut in Brüssel eine Bestandsaufnahme der Tarifverhandlungssysteme für alle 28 EU-Mitgliedstaaten. Die Studie besteht aus vier Bänden.

Angelsächsische Manager sind es gewohnt, ausschließlich mit Gewerkschaften zu verhandeln, da es vorher keine Betriebsräte gab. Im Falle eines Gerichtsverfahrens zahlt jede Partei für ihren eigenen Anwalt. Warum sollte es bei Betriebsräten anders sein? Der Unterschied besteht darin, dass die Gewerkschaften nur ihre Mitglieder vertreten, die freiwillig Gewerkschaftsabgaben zahlen. Der Betriebsrat hingegen vertritt die gesamte Belegschaft, und die Mitglieder werden von allen gewählt, ob sie einer Gewerkschaft angehören oder nicht. In den meisten Ländern verfügt der Rat nicht über ein eigenes Budget, sondern stellt eine Kostenstelle (Abteilung) innerhalb des Unternehmens mit sonderrechten Rechten dar. Das Unternehmen bezahlt für alle Ausrüstung, Ausbildung und Experten, die für seine Aktivitäten notwendig ist. Dazu gehören auch Anwälte. Die EU-Richtlinie über europäische Betriebsräte und die seit 2005 geltende Richtlinie über Die Information und Anhörung am Arbeitsplatz basieren beide auf dieser Philosophie.

Im Vereinigten Königreich und in Irland stellt dies einen Bruch mit den traditionellen Arbeitsbeziehungen dar, die dort seit der industriellen Revolution vorherrschen. Kürzlich hat sich dies auch in den Debatten über die Beteiligung der Arbeitnehmer an der Corporate Governance niedergeschlagen (siehe Bericht in EBR News 4/2018). Am 11. November 2019 wurde in Rotterdam zwischen der zentralen Leitung von Unilever und ihrem Europäischen Betriebsrat eine gesamteuropäische Vereinbarung über Grundsätze und Verfahren zur Bekämpfung sexueller Belästigung am Arbeitsplatz unterzeichnet. Belästigung wird als Diskriminierung betrachtet, die die Bemühungen um die Gleichstellung der Geschlechter untergräbt, die Arbeitsbeziehungen beeinträchtigt und die Produktivität beeinträchtigt. Einige Beispiele aus dem “echten Leben” sind im Anhang der Vereinbarung aufgeführt.