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Tarifvertrag metallindustrie bayern

Am 19. Mai 2012 haben der Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, Südwestmetall und die IG Metall in ihren jüngsten Verhandlungen einen Kompromiss erzielt. Die getroffene Vereinbarung dient auch als Pilotprojekt für andere Gebiete des Landes, wobei Bayern, Nordrhein-Westfalen und andere Regionen ihre Bedingungen übernehmen. In den fünf Verhandlungsrunden organisierte die IG Metall Warnstreiks mit rund 800.000 Beschäftigten. Insgesamt betreffen die neuen Vereinbarungen rund 3,3 Millionen Beschäftigte in der Branche. Für die Arbeitgeber begrüßte Gesamtmetall die jüngste Pilotvereinbarung aus Bayern. In einer Pressemitteilung bezeichnete sie die mehrkosten für die Arbeitgeber als akzeptabel. Die Verhandlungen begannen am 19. März 2013 in Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland.

Weitere Regionen folgten. Nach dem Auslaufen des vorherigen Tarifvertrags am 30. April 2013 organisierte die Gewerkschaft zwischen dem 1. und 14. Mai 2013 symbolische Streiks mit rund 750.000 Beschäftigten, wie es in einem Presseartikel heißt. Neben dem Pilotvertrag für die Metall- und Elektroindustrie im Südwesten Deutschlands haben Arbeitgeber und IG Metall auch einen Branchentarifvertrag für Leiharbeitnehmer in der gesamten deutschen Elektro- und Metallindustrie ausgehandelt. Die neue Vereinbarung, die bis Ende Dezember 2014 läuft, sieht vor, dass die Löhne der Arbeitnehmer zum 1. Juli 2013 um 3,4 % und am 1.

Mai 2014 um weitere 2,2 % steigen werden. Die Lohnerhöhung folgt auf zwei “Nullmonate” im Mai und Juni 2013. Diese Lohnerhöhungen wurden von allen anderen Tarifregionen übernommen. Die Arbeitnehmer erhalten außerdem eine Einmalzahlung von 150 Euro für januar bis März nach dem Ende des bisherigen Tarifvertrags. Am 19. Mai 2012 begrüßte der Vorsitzende von Südwestmetall, Rainer Dulger, den jüngsten Kompromiss in der Metallindustrie (siehe Pressemitteilung). Seiner Ansicht nach ließ die neue Vereinbarung den Unternehmen Raum, flexibel mit den Vorschriften über die Bindung neu qualifizierter Lehrlinge und die Beschäftigung von Leiharbeitnehmern umzugehen. Der Südwestmetall-Vorsitzende betonte zudem, dass die Lohnerhöhung von 4,3 Prozent die positive wirtschaftliche Entwicklung in der Branche widerspiegele, von der die Beschäftigten profitierten. Gesamtmetall wies auch auf die Schnelligkeit hin, mit der die Vereinbarung geschlossen wurde. Die Sozialpartner hätten “nicht nur Tarifverhandlungen, sondern auch Verfahren modernisiert”.

Gesamtmetall hatte wiederholt schnellere Verhandlungen ohne “unnötige Rituale” gefordert. Martin Kannegiesser, Vorsitzender der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie (Gesamtmetall), empfahl in einer Presseerklärung anderen Tarifverhandlungsregionen, die Bestimmungen des Pilotvertrages in Baden-Württemberg zu übernehmen. Er forderte auch ein Ende der politischen Debatte über die Einführung eines nationalen Mindestlohns für Leiharbeit, da zwei neue Vereinbarungen Leiharbeitnehmern eine bessere Bezahlung und die Aussicht auf eine Aufnahme als festangestelltes Personal garantierten. In zwei Tarifregionen wurden Sonderklauseln für Lehrlinge geschlossen. In Bayern wird das Lehrlingsgehalt an die jeweilige Lohngruppe 5B gekoppelt, was bedeutet, dass ihr Gehalt (je nach Lehrjahr) um 45 bis 48 Euro steigen wird.